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Fachärzte für Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie: Jörg Weyel und Dr. Dr. Ralf-Thomas Lange, Foto: Dr. Dr. Lange Weyel

April 2019 | Anzeige

Digitaler Workflow in der Zahnmedizin

Der Trend zur Digitalisierung war das wichtigste Thema der IDS / Internationale Dentalshow im März 2019 in Köln. Mehr als 2.300 Aussteller aus aller Welt präsentierten Innovationen der Zahnmedizin - oft mit dem Fokus auf digitale Techniken. In der Praxis für Mund - Kiefer - Gesichtschirurgie, Plastische, Ästhetische Operationen Dr. Dr. Lange & Weyel gehört die Digitalisierung schon seit Jahren in den Alltag.

Redaktion: Wo und wie wird digitale Technik in der Zahnmedizin eingesetzt?

Dr. Dr. Ralf-Thomas Lange: Der Workflow beginnt mit der digitalen Diagnostik, 3 -D Volumentomographie und gegebenenfalls computerunterstützter Funktionsdiagnostik. Wir können im Menge Haus nahezu jede Situation im Bereich des Mundes und der Kiefer digital erfassen und in Echtzeit computerunterstützt auswerten. Kleinste Details des knöchernen Gesichtsschädels lassen sich exakt visualisieren und analysieren. Die Daten liegen direkt als digitaler Datensatz vor und lassen sich mit modernsten Peripheriegeräten wie Laser, intraoralen Kameras, digitalen Röntgensystemen, intraoralem Scannen oder computerunterstützter Implantatplanung verknüpfen.

Jörg Weyel: In der Praxis unserer überweisenden Kollegen kann der intraorale Scanner eine digitale Abformung ermöglichen. Patienten schätzen diese berührungsfreie Abformung ihrer Zähne. Der intraorale Scanner ersetzt die langwierigere, konventionelle Abformung mit Löffel und Abformmaterial. Eine zuverlässige, digitale Prozesskette von der Diagnostik mit schneller Datenübertragung in die Praxen unserer Überweiser und in das zahntechnische Labor sichert einen reibungslosen Ablauf.

Redaktion: Was passiert mit den digitalen Daten?

Dr. Dr. Ralf-Thomas Lange: Auf Basis der gewonnenen, digitalen Daten erfolgt eine virtuelle Behandlungsplanung des Patienten. Diagnostische und therapeutische Abläufe lassen sich präzise aus allen Blickwinkeln und in verschiedenen Schnittbildern darstellen. Neben dem Patientenkomfort verschafft der digitale Workflow eine deutliche Zeitersparnis und ermöglicht dem Behandlerteam eine effiziente Planung.

Jörg Weyel: Bei der digitalen Erfassung der Mundsituation eines Patienten lassen sich Fehlerquellen der konventionellen Abformung minimieren. Ein großer Vorteil der Digitalisierung liegt in der einfacheren Weiterverarbeitung der Datensätze; von der Erfassung der diagnostischen Daten mittels Scanner, intraoraler Kamera oder digitalem Volumentomographen, über die computerunterstützte Planung der neuen Zähne in der Zahnarztpraxis bis zur CAD/CAM Herstellung des Zahnersatzes beim Zahntechniker.

Redaktion: Wie beeinflusst die Digitalisierung die Implantologie?

Dr. Dr. Ralf-Thomas Lange: Für Patienten bedeutet die digitale, computerunterstützte Implantatplanung und Insertion deutlich weniger invasive Behandlungen, weniger Trauma und eine schnellere Genesung. Die digitalen Verfahren verbessern in der Implantologie den Austausch zwischen Chirurg, Zahnarzt und Zahntechniker bei Diagnose, computerunterstützter Implantatplanung sowie der präzisen Implantatinsertion. Die Digitalisierung sorgt für einen noch passgenaueren Zahnersatz bei der prothetischen Rehabilitation und ermöglicht eine prothetikorientierte Implantatplanung, auch Backward Planning genannt.

Redaktion: Was versteht man unter Backward Planning?

Jörg Weyel: Backward Planning hat sich als Voraussetzung für eine erfolgreiche chirurgische- und implantatprothetische Behandlung bewährt. Der digitale Workflow stellt dem Behandlungsteam mit der dreidimensionalen Bildgebung und moderner Planungssoftware optimale Möglichkeiten zur Verfügung, um eine Implantatbehandlung in ihrer Komplexität virtuell vorzunehmen und somit Ergebnisse vorhersagbar machen zu können.

Redaktion: Digitalisierung wird im Menge Haus schon konsequent umgesetzt. Das digitale Entwicklungspotenzial scheint noch längst nicht ausgereizt. Herr Dr. Lange, Herr Weyel, wir danken für dieses interessante Gespräch.

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