Menü

Medizin + Co Magazin

Ausgewählte Artikel aus Ihrem Gesundheitsmagazin

Fachärzte für Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie: Jörg Weyel und Dr. Dr. Ralf-Thomas Lange, Foto: Dr. Dr. Lange Weyel

Mai 2019 | Anzeige

Mini-Implantate: Neue Möglichkeiten für komfortablen Zahnersatz

Bei der immer älter werdenden Bevölkerung steigen die Ansprüche an die Lebensqualität. Eine besondere Rolle spielt der gut funktionierende und verlässliche Zahnersatz. Unsere Redaktion informierte sich im Menge Haus bei den zertifizierten Implantologen Dr. Dr. Ralf-Thomas Lange und Jörg Weyel über die Möglichkeiten und Grenzen von Mini-Implantaten.

Redaktion: Für welche Patienten sind Mini-Implantate geeignet?

Jörg Weyel: Wir nutzen diese durchmesserreduzierten Mini-Implantate bei wenig belast-baren oder älteren, zahnlosen Patienten, deren Kieferknochen sich abgebaut hat. Nach Knochenresorption ist es oft nicht möglich, Implantate mit einem Standarddurchmesser ohne einen aufwändigen Knochenaufbau zu setzen. Die kleineren Implantate können wir in schmale Kieferkämme inserieren, die unter normalen Umständen augmentativ vorbehandelt werden müssten. Gegebenenfalls spreizen wir die Knochen leicht auf, um ein erfolgversprechendes Implantatlager zu erhalten. Die neuen Mini-Implantate können in dieser Situation einem herausnehmbaren Zahnersatz noch sicheren Halt geben. Unsere überweisenden Kollegen gestalten anschließend entsprechend der manuellen Geschicklichkeit eines Patienten die Art der Fixierung der Prothese auf den Implantaten.

Dr. Dr. Ralf-Thomas Lange: Diese kleineren, durchmesserreduzierten Mini-Implantate stellen eine ideale Erweiterung des Indika- tionsspektrums in der dentalen Implantologie dar und bieten uns eine weniger invasive Option für die Sofortversorgung mit einer herausnehmbaren Deckprothese. Selbst in einen atrophierten Kiefer können wird diese Implantate gewebeschonend und minimal invasiv inserieren. Der Knochen muss nicht freipräpariert werden. Für die Implantation sind keine oder nur sehr kleine Schnitte notwendig. Das Setzen der Mini-Implantate ist für Patienten deutlich schonender und angenehmer. Neben dem Vorteil des minimal invasiven Vorgehens, der verkürzten Operationsdauer und der reduzierten Belastung überzeugen unsere Patienten die Aussicht auf weniger postoperative Beschwerden und die geringere Anzahl an Behandlungsterminen.

Redaktion: Wie lange müssen Patienten auf ihre neuen, festsitzenden Zähne warten?

Jörg Weyel: Bei den Mini-Implantaten gelten die gleichen Voraussetzungen und Risiken wie bei konventionellen Implantaten. Auch Mini-Implantate können zeitnah zur Stabilisierung einer Prothese genutzt werden. Bei ausreichender Knochenbreite und Knochenqualität im Unterkiefer ist eine Sofortversorgung auf 4 Mini- Implantaten möglich. Mit der digitalen Volumentomographie (DVT), dem derzeit innovativsten bildgebenden Verfahren, erhalten wir die notwendigen Informationen zur Qualität des Knochenangebotes.

Dr. Dr. Ralf-Thomas Lange: Diese Möglichkeit einer Sofortversorgung mit Mini-Implantaten erfüllt die Wunschvorstellung vieler älterer Patienten. Sie erhalten verlässliche „Dritte Zähne“ mit einer einfacheren Implantation ohne aufwendigen Knochenaufbau. Bei der Sofortversorgung im Unterkiefer kann die Prothese am Tag der Implantation an den Implantaten befestigt werden. Patienten verlassen die Praxis mit einem sicher sitzenden, zur Reinigung und Pflege herausnehmbaren Zahnersatz. Im Oberkiefer empfehlen wir eine Belastung der Mini-Implantate erst nach einer individuell festzulegenden Einheilzeit.

Redaktion: Spürt ein Patient einen Unterschied zu „normalen“ Implantaten?

Jörg Weyel: Patienten spüren keinen Unterschied. Wie bei einer Lösung mit Standard- Implantaten werden der Tragekomfort einer Prothese, die Aussprache und die Ästhetik auch mit Mini-Implantaten deutlich verbessert. Die insgesamt kleineren Implantate schonen vitale Strukturen. Die von uns erzielten Erfolgsraten sind mit denen von Implantaten mit Standarddurchmesser vergleichbar.

Dr. Dr. Ralf-Thomas Lange: Umso deutlicher ist der Unterschied zu einer klassischen, schleimhautgetragenen Prothese. Die auf den Mini- Implantaten befestigte Prothese verspricht sicheren Halt. Haftmittel und Zungenakrobatik zur Korrektur des schlechten Prothesensitzes gehören der Vergangenheit an. Wir können mit wenig Aufwand und Kosten den Prothesenhalt für unsere Patienten nachhaltig verbessern.

Redaktion: Verlässlicher, sicher sitzender und komfortabler Zahnersatz verspricht eine gesteigerte Lebensqualität. Herr Dr. Lange, Herr Weyel, wir danken für diese interessante Gespräch.

Zurück